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Evaluation und Training der Fahrtauglichkeit

Mobil und unabhängig zu sein ist heute ein wesentliches Bedürfnis. Es ist jedoch nicht immer möglich von einer uneingeschränkten Mobilität zu profitieren. Mit dem Alter, nach einer Krankheit oder nach einem Unfall können sich die kognitiven und/oder körperlichen Fähigkeiten verändern und eine Wirkung auf die Fahrtauglichkeit haben.

In der Ergotherapie evaluiert und trainiert man die Fähigkeiten zur Fahrtauglichkeit in zwei Schritten:

  • die Abklärung der Voraussetzungen einer sicheren Fahrtauglichkeit

Zuerst erstellt die ErgotherapeutIn eine Einschätzung der Aufmerksamkeit, der Konzentration, der Koordination der Bewegungen, der visuellen Wahrnehmung, usw. Aufgrund der Resultate wird ein individuelles Trainingsprogramm zusammengestellt. Zudem diskutiert die ErgotherapeutIn mit ihrem Klienten seine bisherigen Fahrgewohnheiten, seine Aktivitäten des täglichen Lebens, seine Rollen sowie seine Erwartungen und Ziele in Verbindung mit der Fahrtauglichkeit. Diese erste Analyse erlaubt ihr, ihren Klienten mit seinen Fähigkeiten kennen zu lernen und ihn auf den zweiten Schritt vorzubereiteten: die Auswertung auf der Strasse.

  • die Auswertung der Fahrtauglichkeit auf der Strasse

Die Überprüfung der Fahrtauglichkeit auf der Strasse erlaubt der ErgotherapeutIn die individuellen praktischen Fertigkeiten, die zu einer autonomen und sicheren Fahrweise führen, zu erkennen und geeignete Empfehlungen abzugeben. Zum Beispiel kann die ErgotherapeutIn eine Anpassung des Fahrzeuges mit speziellen Adaptationen, eine Änderung der Führungsgewohnheiten, das ausschliessliche Fahren in einer vertrauten Umgebung oder eine Auffrischung der Fahrtechniken mit einem Fahrlehrer empfehlen.

Diese Auswertungen schliessen ein:

• die erforderten Fertigkeiten der Fahrtauglichkeit aufrecht zu erhalten
• Fahrer mit einem Risikoverhalten erkennen
• die Bewertung der funktionellen Fertigkeiten der Fahrtauglichkeit
• eine Planung festlegen damit die Person:
   o ein Fahrzeug als Fahrer benutzen kann oder
   o den Verlust seines Führerscheines ausgleichen in dem z.B. mit dem Klient alternative Möglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln studiert werden

Am Ende des Auswertungsprozesses gibt die ErgotherapeutIn  ihre Einschätzung an den verordnenden Arzt weiter. Dieser wiederum entscheidet aufgrund der diversen Rückmeldungen  der verschiedenen involvierten Disziplinen sowie aufgrund der medizinischen Tests über die Fahrtauglichkeit des Klienten.

Beispiele:

Lukas, 18 Jahre alt, hat eine Cerebralparese, welche die koordinierten Bewegungen der Beine leicht erschwert. Er wünscht sich durch den Fahrausweis mehr Autonomie in der Fortbewegung. Er weiss allerdings nicht, ob er die nötigen Bedingungen dafür erfüllt.

Philippe, 48 Jahre alt, hat sich bei einem Verkehrsunfall vor einigen Monaten ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Seither hat er Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und sich durch Lärm in der Umgebung nicht abzulenken lassen. Deshalb wurde ihm empfohlen, seinen Führerschein voläufig nicht zu benutzen. Philippe ist folglich seit seinem Unfall nicht mehr Auto gefahren. Er wünscht sich jedoch seine Autonomie so schnell wie möglich wieder zurück.

Maria, 82 Jahre alt, hat ihren Führerschein vor mehr als 40 Jahren erhalten. Ihrer Hausarzt hat kürzlich eine Überprüfung ihrer kognitiven Fähigkeiten im Centre Le Drive empfohlen. Als Ergänzung ihrer Ergebnisse bittet Le Drive Maria mit einer Ergotherapeutin eine praktische Evaluation auf der Strasse durchzuführen und die physischen und kognitiven Fähigkeiten zu trainieren.